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Growth Hacking in der Praxis: Wie Facebook und Co. es gemacht haben

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In diesem Blogbeitrag stellen wir einige der besten Growth Hacks aus der Praxis vor. Junge Tech Start ups, darunter heute weltweit präsente Plattformen wie Facebook, Instagram und Co., haben Growth Hacking in ihrer DNA.

Das unvoreingenommene Experimentieren in schnellen Growth Sprints hat sich bei Tech Companies als effektiver Hebel für schnelles Wachstum bewahrheitet. Das zeigen einige kreative so wie bewährte Taktiken aus der Vergangenheit. Einige der eindrucksvollsten Growth Hacks aus der Praxis findest du in diesem Beitrag. 

Ganz gleich, ob du auf der Suche nach Tipps bist, die die Visitor auf deiner Website erhöhen, du Nutzer für deine App gewinnen willst oder dir einfach ein Bild von den Möglichkeiten des Growth Hacking machen willst. Dieser Beitrag wird dich mit Sicherheit inspirieren.

growth hacking beispiele
Überblick

#1 Instagram

Als Instagram zum ersten Mal an den Start ging, sah es sich einer starken Konkurrenz durch andere Social-Media-Plattformen gegenüber. In den Anfangstagen nutzte das Unternehmen Growth Hacking, um dennoch in kurzer Zeit eine große Zahl von Nutzern zu gewinnen.

Ein Growth Hack bestand darin, dass die Nutzer ihre Fotos direkt auf Twitter posten konnten. Das trug dazu bei, das Produkt bei einem breiteren bereits vorhandenen vergleichbaren Publikum bekannt zu machen, und führte dazu, dass sich eine große Zahl neuer Nutzer für den Dienst angemeldet hat.

Ein weiterer wichtiger Growth Hack war die Partnerschaft mit Facebook, die noch stärker dazu beitragen konnte, Instagram einem breiteren Publikum vorzustellen. Durch einen einfachen Klick konnte man schon in der Anfangsphase der Plattform seine Bilder mit entsprechender Kennzeichnung auf Facebook und Twitter teilen.

instagram

Durch den Einsatz kreativer Growth Hacks konnte Instagram in kurzer Zeit ein beeindruckendes Nutzerwachstum erzielen. Doch besonders die Integration bereits bestehender riesiger Social Media Plattformen, hat dabei geholfen, sich neben diesen einreihen zu können.

#2 Facebook

Facebook nutzte eine Reihe verschiedener Growth Hacks, um im letzten Jahrzehnt sein utopisches Wachstum an Nutzern zu erreichen. So wurde zum Beispiel eine „Viral Loop“ in den Anmeldeprozess eingebaut, die die Nutzer dazu ermutigt hat, ihre Freunde zu Facebook einzuladen.

Hier musste gar kein Anreiz für ein erfolgreiches Weiterempfehlungsmarketing geschafft werden, da der Wunsch, seine engsten Freunde bei Facebook zu begrüßen, ohnehin bei den Nutzern vorhanden war.

Außerdem machte Facebook es den Nutzern leicht, sich mit vorhandenen anderen Nutzern zu verbinden, indem man seine E-Mail-Kontakte und später auch sein Telefonbuch importierten konnte. Letztendlich gehörte es zu Facebooks Strategie, die Einstiegsbarrieren zur Plattform möglichst klein zu halten und proaktiv durch Referral Maßnahmen Anreize zu schaffen, sich erstmalig zu registrieren.

Tumblr; Abraham Williams

Darüber hinaus wurde als Hauptfeature der endlose News Feed eingeführt, der den Nutzern einen Grund gibt, immer wieder auf die Website zurückzukehren. Der Content in einem Newsfeed ist niemals ausgeschöpft, im Zweifel schüttelt sich der Facebook Algorithmus etwas aus dem Ärmel.

Der Growth Hack beeinflusst bewusst die Retention Rate positiv und bewirkt, das Nutzer ein starkes Engagement an den Tag legen. 

Growth Hacking bedeutet nicht nur, die Nutzerbasis schnell erheblich zu erweitern. Sondern ebenso, das Produkt so zu entwickeln, dass Nutzer seinen Mehrwert erkennen und aktive Nutzer werden. Facebook trainiert den Algorithmus, der den persönlichen News Feed gestaltet, ständig darauf, dieses Ziel zu erreichen.

#3 Paypal

Eines der berühmtesten Beispiele für erfolgreiches Growth Hacking liefert PayPal. Dazu gehörte zum Beispiel die Maßnahme, dass der PayPal Mitgründer Max Levchin ein Anmeldeformular auf eBay platzierte, mit dem sich Nutzer bei PayPal anmelden konnten, ohne die Website zu verlassen.

Paypal x Ebay
Tumblr; Kārlis Dambrāns

Ebay war zu dieser Zeit das Maß aller Dinge und ein Indikator für Vertrauen. Und Vertrauen ist bei der Verwendung einer neuen Zahlungsmethode die stärkste zu beseitigende Barriere zum Kunden. Dieser einfache Growth Hack verhalf PayPal zu Millionen neuer Nutzer und führte schließlich sogar zur Übernahme durch eBay.

#4 Hotmail

Hotmail gehörte lange Zeit zum gängigsten E-Mail Provider. Ein Growth Hack, der damals für einen enormen Push an Nutzerzahlen sorgte, war die Einbindung eines „P.S. I Love You. Get your free Hotmail“ in jeder E-Mail, die von einem Hotmail-Konto verschickt wurde.

Dieser extrem simple Growth Hack trug nicht nur dazu bei, den Bekanntheitsgrad von Hotmail zu erhöhen, sondern ermutigte die Nutzer auch, sich für den Dienst anzumelden. Wenn viele E-Mail Kontakte aus deinem Postfach eine solche Signatur unter seinen Nachrichten hat, brennt sich das ins Gehirn ein. 

hotmail

Dieser Growth Hack wird auch heute noch verwendet, wenn es darum geht, welche der beiden gängigen Smartphone Plattformen man nutzt. 

Denn  sowohl bei Apple- als auch bei Andorid Geräten erscheint standardmäßig eine Signatur am Ende jeder E-Mail, die darauf hinweist, ob die Nachricht von einem iPhone oder einem Andorid Smartphone verschickt wurde.

#5 Gmail

Später konnte sich Gmail als der go-to E-Mail Provider etablieren. So wurde der Service zum Beispiel durch eine hervorragende E-Mail-Suchfunktion und ein besseres E-Mail-Management schnell zum technischen Maßstab für E-Mail Services.

 

Viele Funktionalitäten und die gute Umsetzung solcher Features werden heute bei E-Mail-Providern als selbstverständlich angesehen. 

Doch zu seiner Zeit konnte Gmail mit einem fortschrittlichen Produkt glänzen. Growth Hacking funktioniert nur dann optimal, wenn das Beste aus dem Marketing UND der Produktentwicklung herausgeholt wird.

Old Gmail
Tumblr; Chris Messina

Und von Gmail wurde der Vorsprung in der Produktentwicklung am Markt genutzt, um sich exklusiv zu positionieren. Der Dienst hat einen Growth Hack genutzt, der das interessante Produkt noch interessanter gemacht hat. 

So hat man in der Anfangsphase ein Invite-only System zur Erweiterung der Nutzerbasis implementiert. Menschen konnten also nur die Vorzüge von G-Mail nutzen, wenn sie von anderen Nutzern eingeladen wurden.

 

Hat man ein starkes Produkt, einen starken USP und Strahlkraft, kann dieser Growth Hack bei Menschen die irrationale Angst triggern, etwas zu verpassen. „The fear of missing out“ (kurz FOMO) beschreibt genau diese Angst. Ein psychologischer Effekt, von dem Marketer nicht selten Gebrauch machen.

 

Dieser Growth Hack kann zwar funktionieren, kann aber ebenso nach hinten losgehen. So hat Google es später noch einmal versucht, die eigene Social Media Plattform Google+ auf diese Weise interessant zu machen – Und was daraus geworden ist, wissen wohl die meisten.

#6 Tinder

Ein wichtiger Growth Hack für Tinder war vor allem zu Beginn, die User dort abzuholen, wo sie sich bereits aufhielten. Der Dienste bediente sich deshalb an der bestehenden Infrastruktur von Facebook. Tinder entwickelte eine App, die es den Nutzern ermöglichte, sich mit ihrem Facebook-Login anzumelden. Das reduzierte die friction bei der Erstellung eines neuen Kontos, da viele Menschen bereits auf Facebook waren.

Ein weiterer Game Changer für diese Growth-Hack Taktik, bestand darin, seinen Dienst exklusiv für College-Studenten anzubieten. Auf diese Weise konnte Tinder die starke Kraft von FOMO (fear of missing out) nutzen. College-Studenten waren ohnehin Tinders Hauptzielgruppe und diese wollten sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, über Tinder jemanden kennenzulernen.

Eine clevere Maßnahme die Zielgruppe zu erreichen war die Organisation von FRAT-Partys auf Universitätsgeländen in aller Welt. Die einzige „Gebühr“ war das Herunterladen der kostenlosen Tinder-App. Das sorgte für eine Menge Mundpropaganda und baute schnell eine große Nutzerbasis auf. 

Tinder Contest

Auch heute noch startet Tinder regelmäßig Kampagnen wie Contests, die auf Studenten abzielen.

Tinder verwendet außerdem bis heute bewusst eine Gamification Technik, bei der die Nutzer eine begrenzte Anzahl von „Likes“ pro Tag erhalten, sodass sie sich genau überlegen müssen, wen sie nach rechts swipen. Das trägt dazu bei, hohes Engagement zu schaffen und aktive Nutzer zu erzeugen.

#7 Twitter

Konkurrierende Plattformen bieten oft die Chance für ein gemeinsames Wachstum. Twitter beispielsweise hat seine Plattform mit anderen Kommunikationstools wie E-Mail-Diensten und Messangern verknüpft, was zu einer deutlich größeren Reichweite beitrug.

Twitter bot den Nutzern zudem die Möglichkeit, ihr Adressbuch aus Google Mail zu importieren. Das half dem Unternehmen, einen Netzwerkeffekt zu erzeugen, weil User angefangen haben, Kontakte einzuladen, die noch nicht auf der Plattform waren.

Hinzu kam die Kooperation mit anderen beliebten Plattformen wie Tumblr und LinkedIn. Durch die Integration dieser bestehenden Plattformen konnte Twitter mit minimalem Aufwand ein größeres Publikum erreichen.

Diese Partnerschaften trugen auch dazu bei, eine vielfältigere Nutzerbasis zu schaffen, was für jede Plattform wichtig ist, um einen starken Netzwerkeffekt zu erzeugen.

#8 Slack

Slack hat eine Vielzahl von Growth Hacks eingesetzt, um Nutzer zu gewinnen, darunter vor allem die intensive „Invite-a-Friend“-Taktik. Der Dienst wird lediglich dann zum Mehrwert, wenn Team Mitglieder einem Slack Channel beitreten. Also macht Slack es seinen Usern möglichst leicht, seine Kollegen einzuladen.

Um einen Mehrwert zu erschaffen hat Slack vor allem auf die Integrationen mit anderen beliebten Anwendungen wie Google Docs und Dropbox gesetzt und sich so an anderen Nutzerbasen bedient. Der Dienst ermöglicht eine Reihe von Integrationen mit anderen Diensten.

#9 Zynga

Zynga ist ein Social-Gaming-Unternehmen hinter Spielen wie Zynga Poker, FarmVille und Words With Friends. Der frühe Erfolg von Zynga ist zu einem großen Teil auf die Nutzung aggressiver Cross-Promotion zurückzuführen.

Beispielsweise bot Zynga seinen Spielern durch das Megafon ununterbrochen Ingame-Währungen an, wenn diese sich bereit erklärten, bei ihren Freunden für Zynga Poker zu werben. Da die Spiele des Unternehmen vor allem auf Facebook promotet wurden und schon immer in die Plattform integriert waren, konnten User sich einwandfrei mit all ihren Freunden connecten und Einladungen aussenden.

Zynga nutzte Facebook zudem, indem es Nutzern in den Spielen immer wieder anbot, ihre Freunde zu Spielen herauszufordern und ihre Ergebnisse in ihren Newsfeeds zu veröffentlichen.

Dank der starken Cross-Plattform Strategie von Zynga konnte das Unternehmen schnell eine enorme Größe erreichen und zu einem der dominierenden Akteure im Bereich der Browser- und App Games werden.

#10 Airbnb

Über das vergangene Jahrzehnt hat sich die Booking Plattform aus einer innovativen Idee heraus zu einem weltweit bekannten Marktplatz für Unterkünfte entwickelt. Das damals aus Geldnot entstandene Startup ist heute ein Paradebeispiel für den Erfolg durch den Einsatz von Growth Hacking. Airbnb hat eine Reihe verschiedener Growth Hacks eingesetzt, um Nutzer anzuziehen und das Wachstum zu fördern. 

So hat das Unternehmen beispielsweise einen Blog mit dem Namen Airbnb Citizen eingerichtet, in dem positive Geschichten über den Einfluss von Airbnb auf Städte in aller Welt veröffentlicht werden. Das hat nicht nur Aufmerksamkeit erzeugt, sondern gleichzeitig das Image der Community-nahen Plattform gefördert.

Airbnb News

Die Gründer haben zudem erkannt, dass viele Menschen, die nach alternativen Unterkünften gesucht haben, auf Craigslist fündig wurden. Deshalb haben sie der Anbieterseite ihrer Plattform eine Option angeboten, ein Angebot auch auf Craiglist zu veröffentlichen. Das Ergebnis? Sofortiger Zugang zu einem großen Markt von Zielnutzern!

Wie Airbnb außerdem wachsen konnte – Lies jetzt unseren umfangreichen Growth Hacking Guide

Fazit

Wie aus vielen Beispielen heraussticht, werden Growth Hacks vor allem dann zum effektiven Hebel, wenn Community Effekte erzeugt werden können. Diese entstehen vor allem auf Plattformen und werden dann ausgelöst, wenn Nutzer beginnen, selbstständig neue Nutzer auf die Plattform zu holen, um dann Mehrwert zu füreinander schaffen. Deshalb profitieren auch besonders Plattformen wie Facebook, Instagram, Airbnb und Co. von der Disziplin des Growth Hackings.

 

Unser Artikel bildet nur einen Bruchteil der Möglichkeiten des Growth Hackings ab. Im Grunde sind dem Umsetzen keine Grenzen gesetzt. Denn das Experimentieren und das Streben nach kreativen neuen Möglichkeiten ist das, was das Growth Hacking zu dem macht, was es ist.

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